Urteile für Verkehrsteilnehmer 

 

 

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Zebrastreifen

Wenn ein Radfahrer einen Zebrastreifen überquert ohne abzusteigen und von einem Auto angefahren wird, trägt er eine Mitschuld. Und zwar zur Hälfte. Sogar zu 100 Prozent hat der Radler Schuld, wenn er plötzlich und für den Autofahrer unvorhersehbar auf einen Zebrastreifen einschwenkt.

(LG Frankental, AZ: 2 S 193/10)

Kein Geld bei Unfall durch Bedienung des Navi

Wenn ein Fahrer sein Navigationsgerät während der Fahrt bedient, darf die Haftpflichtversicherung bei einem Unfall ihre Leistung verweigern. So urteilte das Landgericht Potsdam. Ein Autofahrer hatte sein Navi gestellt und war dabei auf das vorausfahrende Auto aufgefahren. Das Gericht befand, dass sei grob fahrlässig. Az.: 6O32/09

Wer beim Rückwärtsfahren einen Unfall baut, ist schuld.

Düsseldorf. Beim Rückwärtsfahren ist große Vorsicht wichtig. Kommt es zum Unfall, trägt der Zurücksetzende die Hauptverantwortung. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Urteil erneut bekräftigt. In dem verhandelten Fall kollidierte ein Fahrer mit einem aus einer Parklücke rückwärts herausfahrenden Auto. Das Gericht wies dem ausparkenden Fahrer die überwiegende Schuld zu, da er seine Sorgfaltspflicht verletzt habe.

Az.: I-149 U 9/10

Vorsicht beim Überqueren
Ein Motorradfahrer stieß mit einem Fußgänger zusammen, als dieser die Straße überquerte. Der Motorradfahrer stürzte und verletzte sich. Die Richter sahen zwei Drittel der Schuld beim Fußgänger, da er nicht genügend auf den Verkehr geachtet hatte (OLG Saarbrücken, AZ:4U 425/09).

In Kreuzung hineintasten
Ein Feuerwehrfahrzeug fuhr mit Blaulicht und Martinshorn mit 30 km/h über Rot in die Kreuzung. Zu schnell, meinten die Richter und gaben der Feuerwehr am Zusammenprall mit einem anderen Auto eine Mitschuld von 50 Prozent (OLG Brandenburg, AZ:2 U 13/09).

Auch Fußgänger haften bei Fehlverhalten

Ein Motorradfahrer, der einem Fußgänger ausweichen muss und stürzt, weil der Passant unvermittelt auf der Fahrbahn stehen bleibt, hat Anspruch auf Schadenersatz sogar dann, wenn er dabei mit erhöhter Geschwindigkeit fuhr.

Oberlandesgericht Saabrücken, Az:4 U 425/09

Vorsicht beim Ausfahren aus Tiefgaragen

Ein Pkw-Fahrer fährt aus einer Tiefgarage auf einen Parkplatz. Dabei nutzt er den angebrachten Verkehrsspiegel nicht und stößt mit einem vorbeifahrenden Pkw zusammen.

Obwohl dieser zu schnell gefahren ist, muss der Pkw-Fahrer dennoch

zu 60 Prozent haften. Ein Fahrer, der eine Tiefgarage verlässt, muss genauso vorsichtig sein wie jemand, der aus einem verkehrsberuhigten Bereich in den fließenden Verkehr fährt.

LG Regensburg, Az.2 S 244/09

Sorgfaltspflicht beim Rückwärtsfahren

 

Zwei Fahrer parken gleichzeitig aus gegenüberliegenden Parklücken aus und kollidieren. Die Folge: Blechschaden. 80 % muss nun der Fahrer übernehmen, der weiter zurücksetzte, während der andere sein Auto für einige Sekunden anhielt. Die Richter: Ersterer habe seine Sorgfalspflicht verletzt. Er hätte auf Hindernisse achten müssen.

LG Saarbrücken, Az. 13 S 14/10