Pressemitteilung
Kiel, 20. November 2025
Zur aktuellen Diskussion über
„einfachere Prüfungen“ und „günstigere Führerscheine“ ab 2026
Durch die Veröffentlichungen des Bundesverkehrsministeriums im letzten Monat und den
anschließenden Medienberichten, ist in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass der
Führerscheinerwerb bereits ab 2026 günstiger und die Prüfungen einfacher werden sollen. Befeuert
wurde dies auch durch zum Teil falsche oder voreilige Aussagen in den sozialen Netzwerken. Diese
Ankündigungen haben bei Fahrschülerinnen und Fahrschülern, die bereits ihre Ausbildungen
begonnen haben oder in Kürze planen, zu viel Unsicherheit geführt. Einige möchten ihre Ausbildung
verschieben, unterbrechen oder erst im nächsten Jahr beginnen.
Wir möchten daher sachlich und transparent darüber informieren, wie der tatsächliche Sachstand
heute ist:
- Es gibt aktuell keinen beschlossenen Gesetzesrahmen
Bislang existieren nur politische Bekundungen und ein sogenanntes „Eckpunktepapier“, aber nicht
einmal ein abgestimmter Gesetzesentwurf. - Neu gebildete Arbeitskreise beginnen ihre Arbeit gerade erst
Die zuständigen Facharbeitsgruppen wurden neu eingerichtet. Die Eckpunkte werden jetzt diskutiert
und bis Ergebnisse vorliegen, kann es mehrere Monate dauern. - Frühester nächster Schritt: Verkehrsministerkonferenz April 2026
Bis zu dieser Konferenz der Landesminister soll ein Vorschlag erarbeitet werden. Zurzeit steht
weder das vorsitzende Bundesland noch ein Datum für die nächste Verkehrsministerkonferenz fest.
Selbst bei vollständiger Einigkeit folgen noch einige weitere notwendige Schritte. - Ein Inkrafttreten ist noch nicht absehbar
Angestrebt wird nach dieser Konferenz die Veröffentlichung eines konkreten Gesetzesentwurfs, der
dann aber noch die vorgeschriebenen parlamentarischen Hürden nehmen muss. Bisher konnte
auch noch niemand der Verantwortlichen die Frage beantworten, um wieviel der Führerschein
tatsächlich günstiger wird oder werden soll.
Pressemitteilung - Wichtige Hinweise für Fahrschülerinnen und Fahrschüler:
Gefahr ablaufender Prüfaufträge und Anmeldungen Wenn Sie Ihre Ausbildung unterbrechen oder verschieben, besteht die Gefahr, dass:
• Ihr bestehender Prüfauftrag oder Ihr Ausbildungsvertrag abläuft,
• Theorie- oder Praxisanmeldungen verfallen oder sogar
• sämtliche Unterlagen neu beantragt werden müssen.
Das verursacht zusätzlichen Zeitaufwand, kann zusätzliche Kosten nach sich ziehen und verzögert den Zeitpunkt, zu dem Sie Ihren Führerschein erhalten können.
Was bedeutet das für Ihre Ausbildung?
• Ihre laufende Ausbildung ist sicher und unverändert gültig.
• Ein Abwarten bringt keinerlei Vorteil, da es bis zum Sommer 2026 keine neuen Regeln geben wird.
• Ein Abbruch oder eine Pause kann im Gegenteil zu Zeitverlust, zusätzlichen Kosten und mehr Fahrstunden führen.
Wir empfehlen Ihnen daher dringend, Ihre Ausbildung wie geplant fortzusetzen, um ohne unnötige Verzögerungen Ihren Führerschein zu erhalten.